Klimameile Goethequartier

Ein energetisches Quartierskonzept für das Goethequartier

Kopfsteinpflaster-Straße im Goethequartier mit gründerzeitlichen Häusern auf beiden Seiten.

Straße im Goethequartier mit typischer Bebauung (Bild: beks).

Mit dem Projekt „Klimameile Goethequartier“ wird für das Goethequartier in Bremerhaven-Lehe ein integriertes energetisches Quartierskonzept (IEQK) erstellt. Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen vor Ort Ideen und Maßnahmen zu entwickeln, damit das Quartier klimafreundlicher, zukunftsfähiger und lebenswerter wird.

Das Goethequartier ist geprägt von Gründerzeitgebäuden, einer lebendigen Nachbarschaft und vielfältigen Nutzungen. Gleichzeitig stehen viele Gebäude und öffentliche Räume vor Herausforderungen: steigende Energiekosten, Leerstand, die Folgen des Klimawandels und der Wunsch nach einer nachhaltigen Entwicklung machen neue Lösungen erforderlich.

Das Quartierskonzept untersucht deshalb, wie Energie eingespart, Gebäude energetisch modernisiert und erneuerbare Energien besser genutzt werden können. Auch Themen wie nachhaltige Mobilität, Klimaanpassung, zum Beispiel durch mehr Grünflächen und Schatten, sowie die Gestaltung öffentlicher Räume werden betrachtet.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Beteiligung der Menschen im Quartier. Bewohner*innen, Eigentümer*innen, Einrichtungen und lokale Initiativen können ihre Erfahrungen, Ideen und Wünsche einbringen. Denn nur gemeinsam lassen sich Lösungen entwickeln, die zum Goethequartier passen.
Das Quartierskonzept verpflichtet niemanden dazu, sein Gebäude zu sanieren oder Maßnahmen umzusetzen. Es schafft vielmehr eine fundierte Grundlage für zukünftige Entscheidungen und zeigt Möglichkeiten auf, wie Klimaschutz, Wohnqualität und Wirtschaftlichkeit miteinander verbunden werden können. Eigentümer*innen erhalten Informationen zu energetischer Sanierung, Fördermöglichkeiten und klimafreundlicher Wärmeversorgung. Gleichzeitig profitieren auch Mieter*innen und alle Menschen im Quartier von einem attraktiveren Wohnumfeld, geringeren CO2-Emissionen und einer höheren Lebensqualität. Energetisch zu sanieren bedeutet auch Zukunftssicherheit: Während die Energiepreise in den nächsten Jahren aufgrund von Knappheit und Besteuerung eher steigen werden, führen ein geringerer Verbrauch durch Modernisierungsmaßnahmen und Umstieg auf erneuerbare Energien zu finanziellen Entlastungen in der Haushaltskasse.

Die Ergebnisse des Projekts fließen bis Sommer 2027 in einen konkreten Maßnahmenplan für das Goethequartier ein und bilden die Grundlage für die weitere klimafreundliche Entwicklung des Quartiers.

Veranstaltungen

Die Beteiligungsveranstaltungen im IEQK Goetherquartier sind dreistufig aufgebaut: Die erste Gruppe besteht aus den interessierten Bürger:innen im Quartier, Initiativen und Einrichtungen wie Vereinen oder der Quartiersmeisterei. Diese Gruppe kennt ihr Quartier und seine Herausforderungen am besten und entwickelt Wünsche und Ideen für ein klimafreundlicheres Quartier. Eine verwaltungsinterne Steuerungsgruppe begleitet das Projekt und ermöglicht es, die Ergebnisse in bestehende Prozesse zu integrieren. Das Akteursnetzwerk als dritte Gruppe besteht aus Akteuren, die für die Entwicklung des Quartiers eine wichtige Rolle spielen, also z. B. Versorgungsunternehmen und Netzbetreiber, Wohnungsbaugesellschaften, das Klima Bau Zentrum etc. Für alle drei Gruppen gibt es gesonderte Veranstaltungen. Für die Bürger:innen-Veranstaltungen (Gruppe 1) können Sie sich hier anmelden, sobald die Termine feststehen:

  • 11.08. Steuerungsgruppentreffen (verwaltungsintern)
  • 25.08. Netzwerktreffen
  • 06.09. Goethestraßenfest (Infostand)

Fragen und Antworten

Ein energetisches Quartierskonzept dient einer Kommune dazu, sich einen Überblick über den Gebäudebestand in einem Quartier zu verschaffen. Anhand des Konzepts kann man einschätzen, wo es Potenziale für Energieeinsparungen und Verminderung von Treibhausgasemissionen gibt. Mit dieser Grundlage können entsprechende Strategien und Maßnahmen eingeleitet werden, um den Gebäudebestand zu optimieren und den CO2-Ausstoß im Quartier zu senken. Anschließend kann das Quartierskonzept als Grundlage für die Ausweisung eines Sanierungsgebiets genutzt werden, wodurch Fördermöglichkeiten erschlossen und ein Sanierungsmanagement zur Beratung eingesetzt werden kann. Die Erstellung eines energetischen Quartierskonzepts und die anschließende Einrichtung eines Sanierungsmanagements wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.

„Klimaneutralität“ bedeutet bezogen auf den Gebäudebestand der Klimameile, dass durch die Gebäudenutzung keine Treibhausgase (der Einfachheit halber üblicherweise in CO2-Äquivalente umgerechnet) mehr freigesetzt werden. Das bedeutet, dass die Wärme- und Energieversorgung aus CO2-neutralen Quellen erfolgen muss. Beispiele hierfür sind Wärmepumpen, Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen, Windkraftanlagen, Pellet- oder Wasserstoff-Heizungen. Treibhausgas-Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen, können durch Ausgleich an anderer Stelle kompensiert werden.

Vollständige Klimaneutralität ist in einem Stadtviertel mit gründerzeitlicher Bebauung wie dem Goethequartier nur schwer zu erzielen. Deshalb ist der erste Schritt, die Emissionen durch passende Maßnahmen so weit wie möglich zu reduzieren.

Um ein ganzes Quartier klimaneutral werden zu lassen, reicht es nicht, nur die Gebäude zu modernisieren. Es kommt auch auf die und den Einzelne*n an! Unser durchschnittlicher Lebensstil verursacht hohe Treibhausgas-Emissionen. Deshalb möchten wir auch darüber sprechen, was wir für ein gutes Leben brauchen, wie wir uns klimafreundlicher verhalten können und an welchen Stellen es individuelles Einsparpotenzial gibt. Hierzu gehören Themen wie Mobilität, Alltagsroutinen, Konsum und Ernährung.

Nein. Die Klimameile möchte ein Angebot schaffen und Ihnen die Chance geben, sich beraten zu lassen und ggf. Fördermittel zu beantragen, wenn Sie an einer Modernisierung Interesse haben.

Die Frage nach einem klimafreundlicheren Leben ist auch eine Frage nach den Grundlagen für unser eigenes Leben und das Leben der zukünftigen Generationen. Wenn wir über unsere Verhältnisse bzw. die des Planeten leben, reichen die Ressourcen irgendwann nicht mehr aus, um diesen Lebensstil weiter führen zu können. Durch unseren Lebensstil veränderte klimatische Bedingungen führen zu existenziellen Bedrohungen spätestens für unsere Folgegenerationen und sind auch jetzt schon deutlich spürbar.

Die Frage ist also nicht, ob Sie Ihren Lebensstil ändern möchten, sondern wie viel Zeit Ihnen noch dafür bleibt, das zu tun. Mit einem „weiter so“ werden wir irgendwann durch Umweltfaktoren gezwungen, uns anzupassen. Auch wenn Sie das möglicherweise persönlich nur zu einem Teil betrifft, werden unsere Kinder und Enkelkinder mit ganz anderen Bedingungen zu kämpfen haben. Dennoch spüren auch Sie bereits die Auswirkungen unseres Lebensstils auf die Umwelt und das Klima: Hitze- und Dürresommer, Wasserknappheit, Extremwetter, Ernteausfälle, Landdegeneration, Wüstenbildung, Artensterben, Luft- und Wasserverschmutzung, Meeresspiegelanstieg und Gletscherschmelzen sind alles Folgen unserer bisherigen Lebensweise.

Zur Sicherung unserer Lebensgrundlagen ist auch die internationale, nationale und kommunale Politik aktiv geworden und verschärft regelmäßig Grenzwerte (z. B. Abgasausstoß von Autos), lässt veraltete Technologien (z. B. Ölheizungen) verbieten, führt Steuern ein (z. B. CO2-Bepreisung) und setzt Anreize für umweltfreundliche Alternativen. Die bisherigen Anstrengungen reichen jedoch nicht aus, um selbst gesteckte (Klima-)Ziele, wie das 1,5 °C -Ziel von Paris, zu erreichen. Deshalb sind wir alle gefragt, das Tempo zu erhöhen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Mit der Klimameile bieten wir Ihnen die Möglichkeit, diesen Transformationsprozess mitzugestalten, anstatt mit Gesetzen und Verordnungen gezwungen zu werden.

Ansprechpartner

beks EnergieEffizienz GmbH
Am Wall 172/173
28195 Bremen
0421 – 835 888-0
info@beks-online.de
 
ecolo – Agentur für Ökologie und Kommunikation
Jakobistr. 20
28195 Bremen
0421 – 23 00 11-0

Projektförderer und Kooperationspartner im Projekt